2.900 Kilometer durch Deutschland – John Werth's Reise nach Kiel
Mit Fahrrad und Kajak rund 2.900 Kilometer durch Deutschland: John erzählt KielRadar von Lebensgefahr, Einsamkeit und seiner Ankunft in Kiel
Ohne große Vorbereitung startete John Werth zu einer außergewöhnlichen Reise quer durch Deutschland. Im Interview mit KielRadar erzählt er von gefährlichen Begegnungen auf dem Wasser, körperlichen Grenzen und einer Erfahrung, die ihn nachhaltig geprägt hat.
Rund 1.300 Kilometer mit dem Fahrrad und weitere 1.600 Kilometer mit dem Kajak: Was als spontane Idee begann, entwickelte sich für John zu einem mehrmonatigen Abenteuer. Seine Reise führte ihn von Sylt über Kiel in Richtung Zugspitze und anschließend auf dem Wasser zurück in den Norden.
Dabei wollte er nicht nur Deutschland durchqueren, sondern auch seine Höhenangst, seine Angst vor dem Wasser und persönliche Grenzen überwinden.
Von einer spontanen Fahrradtour zum großen Abenteuer
Die Idee entstand im Mai 2026, als John spontan rund 300 Kilometer von Magdeburg nach Oldenburg radelte. Eigentlich wollte er die Strecke an einem Tag schaffen, am Ende wurden daraus zweieinhalb Tage.
Seine Videos von dieser Tour erhielten auf TikTok zunehmend Aufmerksamkeit. Daraus entstand der Gedanke, Deutschland mit dem Fahrrad zu durchqueren und anschließend mit einem Kajak zurückzureisen.
Quelle: Tiktok | John_werth | Zeitpunkt des Interviews hat der Rund 28K Follower und stetig am Steigen
Obwohl er kaum Kajakerfahrung hatte, kaufte er ein gebrauchtes Boot für rund 1.500 Euro. Der Einstieg ins Kajakfahren verlief schwierig. Gemeinsam mit seiner Mutter übte er auf dem Bodensee. Für die ersten drei Kilometer benötigte er rund drei Stunden und dachte bereits darüber nach, aufzugeben.
Bereits wenige Tage später, am 4. Juli, brach er auf.
Seine erste große Fahrradetappe führte ihn nach einem kurzen Aufenthalt auf Sylt vom Festland rund 140 Kilometer bis nach Kiel.
Körperliche Grenzen und die Einsamkeit unterwegs
Die ersten Tage waren besonders anstrengend. Johns Beine wurden zunehmend schwerer, und sein Körper musste sich an die tägliche Belastung gewöhnen.
Doch die größte Herausforderung war für ihn nicht die körperliche Anstrengung, sondern die mentale Belastung. Oft wusste er erst kurz vor Sonnenuntergang, wo er übernachten würde.
Doch die größte Herausforderung war für ihn die mentale Belastung. Oft wusste er erst kurz vor Sonnenuntergang, wo er übernachten würde. Hinzu kam die Einsamkeit: Unterwegs vermisste er gelegentlich vertraute Menschen, wusste aber selbst, dass spontane Besuche über Hunderte Kilometer kaum realistisch waren.
Quelle: John Werth
Zwei gefährliche Begegnungen mit Schiffen
Besonders dramatisch wurde es während seiner Kajaketappen.
Am 26. Tag war John nachts bei Köln unterwegs, als er plötzlich ein Binnenschiff hinter sich bemerkte. Nach seiner Schilderung blieben ihm nur etwa 10 bis 15 Sekunden, um auszuweichen.
Eine weitere gefährliche Situation erlebte er am 34. Tag auf dem Mittellandkanal. Dort versagte die Steuerung seines Kajaks, nachdem er aus Zeitgründen auf eine zusätzliche Sicherung verzichtet hatte.
Er verlor die Kontrolle, geriet nach eigenen Angaben an ein Schiff und kam dessen Schiffsschrauben gefährlich nahe.
Diese Erlebnisse zeigten ihm, dass Spontaneität zwar wichtig sein kann, bestimmte Sicherheitsvorbereitungen aber unverzichtbar sind.
Fremde Menschen begleiteten seine Reise
Neben den schwierigen Momenten erlebte John auch viel Unterstützung.
Durch seine täglichen Videos und Livestreams wurde er unterwegs immer häufiger erkannt. Ein Zuschauer brachte ihm eine dringend benötigte SD-Karte, ein anderer reiste sogar rund zwei Stunden mit dem Zug an, um ihn persönlich kennenzulernen.
Aus einem einsamen Abenteuer wurde so auch eine Reise, die zahlreiche Menschen über Social Media begleiteten.
Mit gemischten Gefühlen zurück nach Kiel
Nach rund drei Monaten näherte sich John schließlich seinem Ziel Kiel. Einerseits freute er sich darauf, wieder anzukommen. Andererseits hatte er sich an die Ruhe, die Natur und das Leben unterwegs gewöhnt.
Was bleibt, ist für ihn vor allem eine persönliche Erkenntnis.
„Erst machen, dann darüber nachdenken.“
Quelle: John Werth | Bei seiner Ankunft in Kiel am 31.Oktober
John erklärt im Interview, dass seine größte Angst nicht darin besteht, bei etwas zu scheitern. Vielmehr fürchtet er, eines Tages alt zu sein und zu bereuen, bestimmte Dinge niemals ausprobiert zu haben.
Lieber möchte er Fehler machen und daraus lernen, als Chancen ungenutzt verstreichen zu lassen.
Seine Botschaft nach rund 2.900 Kilometern: Wer einen Traum hat, sollte nicht ewig auf den perfekten Zeitpunkt warten, sondern den Mut finden, überhaupt anzufangen.
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Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage offizieller Quellen erstellt. KI dient KielRadar als Unterstützung bei der redaktionellen Aufbereitung der Inhalte.