German Naval Yards: Warum niemand die Kieler Werft kaufen will – und was das bedeutet
TKMS zieht sein Kaufangebot für German Naval Yards zurück. Warum der Verkauf scheiterte, weshalb kaum andere Kieler Firmen infrage kommen und welche Folgen das für Kiel haben könnte.
TKMS betont jedoch, dass der Kauf „eine schöne Option, aber kein Muss“ gewesen sei. Das Unternehmen sieht sich auch ohne die Nachbarwerft in der Lage, seine Aufträge mit den Standorten Kiel und Wismar zu bewältigen. (tagesschau.de)
Warum stand ein Verkauf überhaupt im Raum?
Der Hintergrund ist die derzeit außergewöhnlich hohe Nachfrage im Marineschiffbau. Durch steigende Verteidigungsausgaben in Europa sind Werften mit freien Kapazitäten begehrt.
German Naval Yards verfügt über große Docks, Kräne und Produktionsflächen direkt neben TKMS. Beide Werften gehörten früher zur traditionsreichen HDW und teilen sich bis heute Teile des Werftgeländes. Ein Zusammenschluss hätte Logistik, Produktion und Abläufe deutlich vereinfachen können. (DIE WELT)
Warum kaufen andere Kieler Unternehmen die Werft nicht?
Viele fragen sich, warum keine andere Kieler Firma einspringt. Die Antwort ist relativ einfach:
Ein Kauf einer Marinewerft kostet voraussichtlich mehrere hundert Millionen Euro.
Zusätzlich wären hohe Investitionen in Personal, Maschinen und neue Aufträge nötig.
In Kiel gibt es kaum Unternehmen, die finanziell oder strategisch in der Lage wären, eine Werft dieser Größenordnung zu übernehmen.
Der potenzielle Käufer muss außerdem Erfahrung im militärischen Schiffbau mitbringen – ein sehr spezieller Markt.
Deshalb kamen letztlich vor allem große Rüstungskonzerne wie TKMS oder Rheinmetall als Interessenten infrage. (DIE WELT)
Bild Quelle: Dreamstime
Was bedeutet das jetzt für die Beschäftigten?
Für die Mitarbeiter bedeutet der Rückzug von TKMS zunächst nicht, dass die Werft schließen muss. German Naval Yards gehört weiterhin zur französischen Unternehmensgruppe CMN Naval und arbeitet an bestehenden Projekten weiter.
Allerdings bleibt die Unsicherheit bestehen. Ohne einen neuen Eigentümer oder langfristig gesicherte Aufträge könnte die Zukunft der Werft schwieriger werden. Findet sich dagegen ein neuer Investor, könnten zusätzliche Investitionen und neue Arbeitsplätze entstehen. (Wikipedia)
Was bedeutet das für Kiel?
Für Kiel ist die Werftindustrie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Tausende Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt am Schiffbau.
Dass TKMS den Kauf abgesagt hat, ist deshalb kein Grund zur Panik – aber ein Zeichen dafür, dass wirtschaftliche Entscheidungen selbst in Zeiten voller Auftragsbücher genau abgewogen werden. Ob Rheinmetall oder ein anderer Investor die Werft übernimmt oder German Naval Yards eigenständig weitermacht, dürfte in den kommenden Monaten eine wichtige Rolle für den Werftenstandort Kiel spielen. (HASEPOST)