Halloween 2026 in Kiel – Brandsätze und Messerbedrohung

Halloween 2026 in Kiel: Molotowcocktails in Mettenhof, Steinwürfe am Ostring und bedrohte Kinder in Friedrichsort. Die Polizeibilanz.

Halloween 2026 in Kiel – Brandsätze und Messerbedrohung

Die Polizeidirektion Kiel zieht nach der Halloween-Nacht 2026 eine gemischte Bilanz. Trotz verstärkter Polizeipräsenz und umfangreicher Präventionsmaßnahmen kam es im Stadtgebiet zu mehreren Straftaten. Im Mittelpunkt standen erneut der Stadtteil Mettenhof sowie weitere Vorfälle am Ostring und in Friedrichsort.

Bis zu 70 Jugendliche in Mettenhof unterwegs

Bereits ab 16:30 Uhr waren zusätzliche Polizeikräfte in Mettenhof im Einsatz. Mit zunehmender Dunkelheit bildeten sich größere Jugendgruppen mit zeitweise bis zu 70 Personen. Aus diesen Gruppen heraus wurden wiederholt Feuerwerkskörper gezündet.

Besonders schwerwiegend waren mehrere Vorfälle mit selbstgebauten Brandsätzen. Bereits am Vortag hatte die Polizei einen sogenannten Molotowcocktail auf einem Schulparkplatz entdeckt.

Am Halloween-Abend wurden zwei weitere Brandsätze entzündet. Die Vorfälle ereigneten sich auf einem unbesetzten Parkplatz und in einem Papiercontainer.

Außerdem versuchten Unbekannte, ausgeschüttetes Motoröl auf einem Fußweg anzuzünden. Der Versuch scheiterte.

Die Polizei leitete entsprechende Ermittlungsverfahren ein.

Sieben Jugendliche zur Polizeistation gebracht

Durch verstärkte Kontrollen, gezielte Ansprachen und frühzeitiges Einschreiten gelang es der Polizei nach eigenen Angaben, die Lage in Mettenhof im Verlauf des Abends zu beruhigen.

Sieben Jugendliche wurden zur Gefahrenabwehr zur Polizeistation Mettenhof gebracht und dort ihren Erziehungsberechtigten übergeben.

Gegen 21 Uhr waren nur noch kleinere Gruppen unterwegs. Die zusätzlichen Einsatzkräfte konnten daraufhin schrittweise aus dem Einsatz entlassen werden.

Steine auf fahrendes Auto am Ostring geworfen

Ein weiterer gefährlicher Vorfall ereignete sich gegen 19:50 Uhr am Kieler Ostring.

Mehrere Personen sollen von einer Unterführung aus Steine auf ein fahrendes Auto geworfen haben. Die Fahrerin stellte anschließend vier Einschlagstellen an ihrer Windschutzscheibe fest. Die Scheibe wurde glücklicherweise nicht durchschlagen.

In der Nähe trafen Polizeikräfte drei Jugendliche an, die vorläufig festgenommen wurden. Ihre Mobiltelefone wurden sichergestellt.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Kiel leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ein.

Die Jugendlichen wurden anschließend ihren Erziehungsberechtigten übergeben.

Kinder in Friedrichsort mit Messer bedroht

Auch in Kiel-Friedrichsort kam es zu einem beunruhigenden Vorfall.

Gegen 20 Uhr soll ein Jugendlicher drei Kinder mit einem Brotmesser bedroht haben. Nach bisherigen Erkenntnissen entriss er einem Kind die Halloweenmaske. Die beiden anderen Kinder soll er ebenfalls bedroht und geschubst haben.

Die Kinder flüchteten in eine nahegelegene Pizzeria und suchten dort Schutz.

Der Tatverdächtige entfernte sich anschließend in Richtung Fritz-Reuter-Straße. Eine eingeleitete Fahndung blieb zunächst erfolglos.

Die Polizei ermittelt wegen Bedrohung.

Polizei hatte sich auf Halloween vorbereitet

Die Polizeidirektion Kiel hatte bereits vor Halloween umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet.

Hintergrund waren unter anderem Erfahrungen aus vergangenen Jahren. Besonders die Halloween-Nacht 2023 war durch Angriffe mit Pyrotechnik auf Polizeikräfte und Passanten aufgefallen.

Um ähnliche Vorfälle zu verhindern, führte die Polizei im Vorfeld Gefährderansprachen mit Jugendlichen durch und bezog dabei auch deren Erziehungsberechtigte ein.

Zusätzlich wurde ab dem 22. Oktober ein Kontrollbereich in Mettenhof eingerichtet.

Polizei zieht gemischte Bilanz

Nach Einschätzung der Polizei zeigten die verstärkten Präsenz- und Präventionsmaßnahmen Wirkung. Insbesondere in Mettenhof konnte die Situation im Laufe des Abends beruhigt werden.

Gleichzeitig bewertet die Polizei den Einsatz selbstgebauter Brandsätze, die Steinwürfe auf ein fahrendes Fahrzeug und die Bedrohung von Kindern mit einem Messer als schwerwiegende Vorfälle.

Im übrigen Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Kiel gab es keine weiteren nennenswerten Einsätze mit Halloween-Bezug.

Die Polizei betont, dass Halloween kein Freibrief für Straftaten sei. Wer andere Menschen gefährdet, bedroht oder fremdes Eigentum beschädigt, müsse mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Zeuginnen und Zeugen, die Hinweise zu den Vorfällen geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

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