Nach Brand am Südfriedhof: Acht Menschen suchen neuen Wohnraum
Nach dem Brand in der Johann-Meyer-Straße in Kiel ist das Gebäude unbewohnbar. Stadt.mission.mensch sucht für acht Menschen langfristige Wohnungen oder WG-Zimmer.
Sechs Tage nach dem schweren Feuer in der Johann-Meyer-Straße sind die Folgen für die Bewohner noch immer spürbar. Das Mehrfamilienhaus ist unbewohnbar. Stadt.mission.mensch sucht nun für acht Menschen langfristigen Wohnraum – und hofft dabei auch auf Hilfe von privaten Vermietern.
Stadt.mission.mensch | Instagram | Das ist das Haus in der Johann-Meyer-Straße ,es ist leider unbewohnbar
Kiel. Nach dem Brand in einem Mehrfamilienhaus am Kieler Südfriedhof wird für acht Menschen ein neues Zuhause gesucht. Das hat stadt.mission.mensch auf Anfrage von KielRadar mitgeteilt. Dabei geht es nicht um eine kurzfristige Unterkunft für einige Tage oder Wochen, sondern möglichst um dauerhafte Mietverhältnisse.
Gesucht werden sowohl eigene Wohnungen als auch WG-Zimmer. Vorrangig geht es um Angebote in Kiel und im Kieler Umland. Doch auch wer außerhalb der Stadt passenden Wohnraum in Schleswig-Holstein anbieten kann, soll sich melden.
„Für acht Personen in diesem konkreten Fall“, antwortet Kim Hase aus der Öffentlichkeitsarbeit von stadt.mission.mensch auf die Frage, wie viele Menschen derzeit eine Unterkunft benötigen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass der Bedarf weit darüber hinausgeht: Die Organisation betreue deutlich mehr wohnungslose Klientinnen und Klienten. Deshalb könne auch ein Angebot helfen, das nicht unmittelbar zu einer der acht Personen aus diesem Fall passt.
Stadtmission Kiel/ Kim Hase/Symbolbild/ Hier wird die Arbeit der Wohnungsnotfallhilfe
Nicht nur eine Übergangslösung gesucht
Für die Betroffenen geht es jetzt vor allem darum, wieder einen eigenen und verlässlichen Lebensmittelpunkt zu bekommen.
Auf die Frage, ob eher kurzfristige Unterkünfte oder dauerhafter Wohnraum benötigt werden, ist die Antwort eindeutig: Gesucht werden langfristige eigene Mietverhältnisse.
Dabei kommen unterschiedliche Wohnformen infrage. Neben klassischen Wohnungen können auch WG-Zimmer zur Miete angeboten werden.
Eine Beschränkung ausschließlich auf das Kieler Stadtgebiet gibt es nicht. Angebote aus dem Kieler Umland sind ebenso willkommen. Auch Wohnungen aus anderen Regionen Schleswig-Holsteins können für die Arbeit von stadt.mission.mensch interessant sein, da die Organisation neben den unmittelbar Betroffenen zahlreiche weitere Menschen ohne eigenen Wohnraum begleitet.
Schwerer Brand am 10. September
Hintergrund der aktuellen Wohnungssuche ist der schwere Brand in der Johann-Meyer-Straße am Donnerstag, 10. September.
Gegen 17.25 Uhr gingen nach Angaben der Feuerwehr mehrere Notrufe bei der Integrierten Regionalleitstelle ein. Gemeldet wurde ein Feuer im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses. Die Flammen waren bereits von außen sichtbar, außerdem sollten sich noch mehrere Menschen im Gebäude befinden.
Während weitere Einsatzkräfte auf dem Weg waren, wurde bekannt, dass sich zwei Menschen auf das Dach geflüchtet hatten. Daraufhin wurde das Einsatzstichwort erhöht und zusätzliche Kräfte alarmiert.
Die beiden Personen auf dem Dach konnten schließlich über tragbare Leitern gerettet werden. Gleichzeitig gingen Feuerwehrleute unter Atemschutz in das Gebäude, bekämpften den Brand und suchten weitere Bereiche des Hauses nach Menschen ab.
Insgesamt wurden nach Angaben der Feuerwehr acht Personen aus dem Gebäude gerettet. Rund 65 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst waren vor Ort. Eine weitere Ausbreitung des Feuers konnte verhindert werden.
Drei Menschen wurden leicht verletzt
Am folgenden Tag teilte die Polizei weitere Einzelheiten mit. Demnach wurden drei Menschen leicht verletzt. Zwei Personen mussten wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung vor Ort behandelt werden, eine weitere Person wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.
Für die Bewohner hatte das Feuer trotzdem weitreichende Folgen: Das Mehrfamilienhaus ist seit dem Brand nicht mehr bewohnbar. Die Polizei beschlagnahmte das Gebäude zunächst für die weiteren Ermittlungen.
Direkt nach dem Einsatz hatte die Feuerwehr die betroffenen Menschen zunächst anderweitig untergebracht. Nun geht es darum, für sie eine längerfristige Lösung zu finden.
Polizei ermittelt wegen möglicher Brandstiftung
Die Ursache des Feuers ist bislang nicht abschließend geklärt. Das Kommissariat 11 der Bezirkskriminalinspektion Kiel ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung. Angaben zur Schadenshöhe lagen zunächst ebenfalls nicht vor.
Besonders brisant: Bereits am 28. August hatte es in demselben Gebäude einen Kellerbrand gegeben. Auch in diesem Fall ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts der Brandstiftung. Nach Angaben der Polizei wird geprüft, ob zwischen den beiden Bränden ein Zusammenhang bestehen könnte.
Die Ermittlungen laufen weiterhin.
So können Vermieter helfen
Wer eine Wohnung oder ein WG-Zimmer anbieten kann, kann sich direkt an stadt.mission.mensch wenden.
📩 E-Mail: Kim.hase@stadtmission-mensch.de
Auch eine direkte Nachricht an stadt.mission.mensch ist möglich. Die Angebote würden anschließend je nach Anfrage an die richtige Stelle weitergeleitet.
Und auch Menschen, die selbst keine Wohnung anbieten können, können den Aufruf unterstützen: Teilen hilft, betont die Organisation. Je mehr Menschen von der Suche erfahren, desto größer ist die Chance, passende Vermieterinnen und Vermieter zu erreichen.
Stadtmission Kiel/ Kim Hase
Dabei muss ein Wohnungsangebot nicht zwangsläufig für eine der acht Personen aus der Johann-Meyer-Straße geeignet sein. Da stadt.mission.mensch weitere wohnungslose Menschen betreut, können auch andere Wohnungen oder WG-Zimmer vermittelt werden.
Für die acht Menschen, die nach dem Brand nun ohne ihr bisheriges Zuhause dastehen, geht es damit sechs Tage nach dem Feuer nicht mehr um den unmittelbaren Feuerwehreinsatz – sondern um die Frage, wo sie künftig dauerhaft wohnen können.
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