Kiel Sozialbericht 2026: 59 Prozent leben in Einpersonenhaushalten

Der Sozialbericht 2026 zeigt: Kiels Einwohnerzahl sinkt, 59 Prozent der Haushalte bestehen aus einer Person und bezahlbares Wohnen bleibt eine Herausforderung.

Kiel Sozialbericht 2026: 59 Prozent leben in Einpersonenhaushalten

Kiels Bevölkerung ist erstmals seit Jahren zurückgegangen, Einpersonenhaushalte nehmen weiter zu und bezahlbarer Wohnraum bleibt eine der großen Herausforderungen der Stadt. Der neue Sozialbericht 2026 zeigt, wie sich Kiel sozial entwickelt – und legt seinen Schwerpunkt auf das Thema Wohnen.

Unter dem Motto „Daten für Taten“ hat die Landeshauptstadt Kiel am Donnerstag, 24. September, ihren neuen Sozialbericht vorgestellt. Bereits zum 17. Mal liefert die Stadt darin umfangreiche Daten zur sozialen Lage der Kieler Bevölkerung – sowohl für das gesamte Stadtgebiet als auch auf Ebene der einzelnen Ortsteile.

Neben Bevölkerung, Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Sozialleistungen steht in diesem Jahr vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Wie gut können sich die Menschen in Kiel das Wohnen noch leisten?

Kiel verliert erstmals seit Jahren Einwohner

Zum Jahresende 2025 lebten 250.551 Menschen in Kiel. Damit ist die Einwohnerzahl erstmals seit vielen Jahren wieder zurückgegangen.

Nach Angaben der Stadt kamen im vergangenen Jahr weniger Menschen nach Kiel, als die Stadt verlassen haben. Gleichzeitig wurden weniger Kinder geboren als Menschen starben.

Auch das Durchschnittsalter steigt weiter. Es lag Ende 2025 bei 42,20 Jahren. Die Stadt sieht darin ein zunehmend sichtbares Zeichen des demografischen Wandels.

Oberbürgermeister Samet Yilmaz sieht den Sozialbericht deshalb als wichtige Grundlage für politische Entscheidungen. Die Daten könnten frühzeitig zeigen, wo sich soziale Unterschiede entwickeln und in welchen Stadtteilen besonderer Handlungsbedarf besteht.

Fast sechs von zehn Haushalten bestehen aus nur einer Person

Eine Entwicklung setzt sich deutlich fort: Kiel bleibt eine Stadt der Einpersonenhaushalte.

Inzwischen bestehen 59 Prozent aller Kieler Haushalte aus nur einer Person.

Allein im Jahr 2025 stieg deren Zahl um 867. Während es zuvor 84.961 Einpersonenhaushalte gab, waren es Ende des Jahres bereits 85.828.

Diese Entwicklung spielt auch beim Wohnungsmarkt eine Rolle. Denn nicht nur die Gesamtzahl der Wohnungen ist entscheidend, sondern auch die Frage, welche Wohnungsgrößen benötigt werden und für welche Haushalte sie bezahlbar sind.

Mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Bei der Beschäftigung zeigt der Sozialbericht eine positive Entwicklung.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Wohnort in Kiel stieg zum 30. Juni 2025 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent.

In nahezu allen Kieler Ortsteilen nahm die Erwerbsbeteiligung zu. Den stärksten Anstieg verzeichnete Steenbek/Projensdorf mit einem Plus von zwei Prozentpunkten.

Bei der absoluten Zahl zusätzlicher Beschäftigter lagen Mitte mit 312 zusätzlichen Beschäftigten und Gaarden mit 197 an der Spitze.

Mehr Menschen erhielten Grundsicherung – zum Jahresende aber Rückgang

Bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende zeigt sich ein gemischtes Bild.

Im Vergleich der Jahresdurchschnitte 2024 und 2025 stieg die Zahl der Leistungsberechtigten nach dem SGB II zunächst um 3,7 Prozent.

Zum Ende des Jahres stabilisierte sich die Lage allerdings. Am 31. Dezember 2025 wurde der niedrigste Stand des gesamten Jahres erreicht. Gegenüber dem gleichen Stichtag des Vorjahres entsprach das einem Rückgang um 1,5 Prozent.

Mehr als 83.000 Mitglieder in Kieler Sportvereinen

Weiter gewachsen ist auch die Zahl der Menschen, die Mitglied in einem Kieler Sportverein sind.

Inzwischen zählen die Vereine der Stadt insgesamt 83.498 Mitgliedschaften.

Der sogenannte Organisationsgrad – also das Verhältnis der Vereinsmitgliedschaften zur Einwohnerzahl – liegt damit bei 33,2 Prozent.

Wohnen steht im Mittelpunkt des Berichts

Der Schwerpunkt des Sozialberichts 2026 liegt jedoch auf der Wohnsituation in Kiel.

Untersucht werden dabei unter anderem die Verfügbarkeit von Wohnungen, die Bezahlbarkeit von Wohnraum und die soziale Wohnungssicherheit.

Die Stadt betont, dass es nicht allein darauf ankommt, genügend Wohnungen zur Verfügung zu haben. Wohnraum müsse auch zur jeweiligen Lebenssituation passen und für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen bezahlbar bleiben.

Der Bericht betrachtet deshalb unter anderem die Situation von Familien, älteren Menschen, Studierenden, Auszubildenden, Menschen mit geringem Einkommen und Menschen mit Beeinträchtigungen.

Gerade steigende Wohnkosten und der weiterhin hohe Bedarf an bezahlbaren Wohnungen sorgen dafür, dass mehrere Maßnahmen gleichzeitig notwendig seien.

Bürgermeister und Sozialdezernent Gerwin Stöcken betont, dass die Wohnungspolitik der Stadt vor allem soziale Stabilität sichern solle. Ziel sei es, Lebensräume zu schaffen, in denen Menschen unabhängig von Alter oder Einkommen sicher wohnen könnten, ohne Verdrängung fürchten zu müssen.

Sozialbericht soll Grundlage für politische Entscheidungen sein

Der Sozialbericht dient Stadtverwaltung und Politik als Arbeitsgrundlage. Durch die detaillierte Betrachtung einzelner Ortsteile können Entwicklungen innerhalb Kiels miteinander verglichen und soziale Unterschiede frühzeitig erkannt werden.

Der Bericht macht dabei deutlich, dass sich Kiel gleichzeitig mit mehreren Entwicklungen auseinandersetzen muss: einer alternden Bevölkerung, immer mehr Einpersonenhaushalten und einem angespannten Wohnungsmarkt.

Gerade das Thema Wohnen dürfte damit auch in den kommenden Jahren eine der zentralen sozialen Fragen der Landeshauptstadt bleiben.

Dieser Artikel wurde redaktionell mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und durch Kielradar geprüft und bearbeitet.