Kiel vor 50 Jahren: Das Kepa-Kaufhaus in der Holstenstraße Kiel
Vor 50 Jahren prägte das Kepa-Kaufhaus die Kieler Innenstadt. Historische Fotos zeigen, wie das Warenhaus 1976 aussah – und das Gebäude steht noch heute.
Wer heute durch die Kieler Innenstadt läuft, dürfte an diesem Gebäude vorbeikommen, ohne zu wissen, welche Geschichte dahintersteckt. Vor genau 50 Jahren, im August 1976, befand sich hier noch das Kepa-Kaufhaus.
Ein historisches Foto des Kieler Fotografen Friedrich Magnussen zeigt das Kaufhaus damals an der Ecke Holstenstraße/Hafenstraße. Aufgenommen wurde das Bild im August 1976. Im Archiv ist als Anlass das 50-jährige Geschäftsjubiläum von Kepa angegeben.
Wichtig dabei: Nicht das Kieler Gebäude selbst wurde 1976 bereits 50 Jahre alt. Das Kaufhausgebäude in Kiel war deutlich jünger – gefeiert wurde das Jubiläum der Warenhauskette.
Quelle: Friedrich Magnussen / Stadtarchiv Kiel / Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE. Das Bild wurde für die Veröffentlichung auf KielRadar leicht bearbeitet.
Von der EPA zu Kepa
Die Geschichte hinter Kepa begann 1926. Karstadt gründete damals die EPA – Einheitspreis-Aktiengesellschaft, mit der ein Netz günstiger Warenhäuser aufgebaut wurde. Bis Anfang der 1930er-Jahre entstanden bereits mehr als 50 EPA-Filialen. 1937 wurde das Unternehmen in Kepa umbenannt.
Kepa war auf vergleichsweise preisgünstige Waren ausgerichtet. Mitte der 1950er-Jahre verfügte die Kette wieder über 29 Filialen. In den Häusern wurden je nach Größe mehrere Tausend verschiedene Artikel angeboten.
Das Kieler Kepa entstand in den 1950er-Jahren
Das markante Kieler Kaufhaus an der Holstenstraße 55–57 beziehungsweise an der Ecke zur damaligen Hafenstraße wurde von dem Kieler Architekten Otto Schnittger entworfen.
Das Architekturbüro Schnittger gibt die Fertigstellung mit 1954 an. Andere historische Quellen ordnen den Bau den Jahren 1952 bis 1954 zu.
Damit gehörte das Gebäude zum Wiederaufbau der Kieler Innenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg.
Historische Aufnahmen zeigen außerdem, dass das Kaufhaus später noch einmal umgebaut wurde. Am 30. März 1966 wurde das Kieler Kepa nach einem Umbau wiedereröffnet. Fotos aus dem Stadtarchiv dokumentieren unter anderem ein Restaurant und eine Lebensmittelabteilung im Gebäude.
Quelle: Friedrich Magnussen / Stadtarchiv Kiel / Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE.
1976 war Kepa noch eine riesige Warenhauskette
Als das Kieler Foto vor 50 Jahren entstand, war Kepa bundesweit noch groß vertreten.
Für das Jahr 1976 werden 85 Häuser und ein Jahresumsatz von rund 1,1 Milliarden D-Mark genannt. Doch nur kurze Zeit später änderte sich die Situation grundlegend.
Bereits 1977 entschied der Karstadt-Konzern, die Kepa-Kette in ihrer bisherigen Form aufzugeben. Ein Teil der Häuser wurde in das Karstadt-Netz integriert, andere Standorte wurden verkauft, vermietet oder anders genutzt. Ein zeitgenössischer Bericht der ZEIT aus dem Juni 1977 beschreibt die geplante weitgehende Integration der damals verbliebenen Kepa-Filialen in den Karstadt-Konzern.
Damit verschwand ein Name, der zuvor jahrzehntelang zum deutschen Einzelhandel gehört hatte.
Das ehemalige Kepa-Gebäude gibt es noch heute
Interessant ist: Die Geschichte ist in Kiel noch immer sichtbar.
Das frühere Kaufhaus wird in der aktuellen Denkmalliste Schleswig-Holsteins weiterhin ausdrücklich unter der Bezeichnung „Kaufhaus Kepa“ geführt. Als Adresse ist dort Holstenstraße 55–59 angegeben.
Wer dort heute vorbeigeht, steht also vor einem Stück Kieler Nachkriegs- und Einkaufsgeschichte.
Stand 2026 ist dort der Edeka drinnen.
Und vielleicht erinnern sich einige Kielerinnen und Kieler noch selbst daran:
Habt ihr früher noch bei Kepa in Kiel eingekauft – und woran erinnert ihr euch?
Mit Unterstützung von KI recherchiert und geschrieben, redaktionell überprüft.
Quellen
Stadtarchiv Kiel / Bildnachlass Friedrich Magnussen, historische Aufnahme aus August 1976; Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein; Schnittger Architekten + Partner; historische Unternehmensangaben zur Kepa Kaufhaus GmbH; DIE ZEIT, 10. Juni 1977.