KVG Kiel: Fünftägiger Warnstreik ab 30. September möglich
Die Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr sind erneut ohne Einigung geblieben. Scheitert auch die nächste Runde am 29. September, droht Kiel ein fünftägiger KVG-Warnstreik.
Der Tarifstreit im kommunalen Nahverkehr Schleswig-Holsteins geht weiter. Auch die dritte Verhandlungsrunde am Dienstag brachte keine Einigung. Für Kiel könnte das drastische Folgen haben: Scheitert auch der nächste Termin am 29. September, soll unmittelbar danach ein fünftägiger Warnstreik beginnen.
Nach mehreren Streiktagen in den vergangenen Wochen bleibt eine Einigung zwischen der Gewerkschaft ver.di und den kommunalen Nahverkehrsunternehmen weiter aus.
Betroffen von dem Tarifkonflikt sind die kommunalen Verkehrsunternehmen in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster – darunter die Kieler Verkehrsgesellschaft KVG.
Arbeitgeber legen verbessertes Angebot vor
Bereits in der zweiten Verhandlungsrunde am 3. September hatten die Arbeitgeber ein Angebot über insgesamt 4,4 Prozent mehr Gehalt vorgelegt.
Damals waren 2,3 Prozent mehr Gehalt rückwirkend zum 1. Juli 2026 sowie weitere 2,1 Prozent zum 1. Juli 2027 vorgesehen.
Ver.di lehnte dieses Angebot ab.
In der dritten Verhandlungsrunde am Dienstag haben die Arbeitgeber ihr Angebot noch einmal erhöht. Nun stehen 2,8 Prozent rückwirkend zum 1. Juli 2026 und weitere 2,2 Prozent ab Juli 2027 im Raum. Insgesamt entspricht das einer Steigerung von fünf Prozent.
Eine Einigung kam trotzdem nicht zustande.
Ver.di fordert 6,5 Prozent
Die Gewerkschaft fordert weiterhin eine Erhöhung der Gehälter um 6,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Zusätzlich verlangt ver.di eine jährliche Vorteilsregelung von 650 Euro für Gewerkschaftsmitglieder.
Gerade diese zusätzliche Zahlung sorgt bereits seit Beginn der Verhandlungen für Streit.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein hält eine ausschließlich für ver.di-Mitglieder geltende Zahlung für nicht vereinbar. Die Arbeitgeber argumentieren außerdem, dass eine solche Regelung nicht Gegenstand der aktuell gekündigten Tarifregelungen sei.
Tarifstreit läuft bereits seit August
Die erste Runde der aktuellen Entgeltverhandlungen fand am 18. August in Lübeck statt.
Schon damals lagen die Positionen weit auseinander. Ein Angebot der Arbeitgeber gab es zunächst nicht. Die Gespräche wurden anschließend auf den 3. September vertagt.
In der zweiten Runde legten die Arbeitgeber schließlich zwei Angebote vor. Das zuletzt angebotene Plus von insgesamt 4,4 Prozent reichte ver.di jedoch nicht aus.
Die Gewerkschaft erhöhte daraufhin den Druck mit Warnstreiks.
Kiel hatte bereits mehrere Streiktage
Nach der gescheiterten zweiten Verhandlungsrunde wurde die KVG bereits mehrfach bestreikt.
Zuletzt standen am Montag, 21. September, zahlreiche KVG-Busse still. Der Warnstreik begann mit dem Betriebsbeginn der Taglinien und endete erst mit dem Ende der Nachtbuslinien am Dienstagmorgen.
Auch die KVG-Servicezentrale am Hauptbahnhof sowie der Servicepunkt in der Werftstraße waren betroffen.
Autokraft und die Verkehrsbetriebe Kreis Plön sind von diesem konkreten Tarifvertrag dagegen nicht erfasst.
Jetzt drohen fünf Tage Warnstreik
Nach der erneut gescheiterten Verhandlungsrunde soll zunächst noch einmal verhandelt werden.
Die vierte Verhandlungsrunde ist für Dienstag, 29. September, in Flensburg vorgesehen.
Bis dahin sollen keine weiteren Warnstreiks bei den kommunalen Verkehrsunternehmen stattfinden.
Sollte allerdings auch dieser Termin ohne Einigung enden, will ver.di den Arbeitskampf deutlich ausweiten.
Nach aktuellem Stand soll dann ab Mittwoch, 30. September, für fünf Tage gestreikt werden.
Damit wäre auch die KVG in Kiel betroffen.
Für Kiel wäre das eine erhebliche Verschärfung des bisherigen Tarifkonflikts: Statt eines einzelnen Streiktages könnten die kommunalen Busse mehrere Tage hintereinander weitgehend ausfallen.
Worum streiten die beiden Seiten?
Neben der Höhe der Gehaltssteigerung spielt auch die Laufzeit eine wichtige Rolle.
Ver.di fordert 6,5 Prozent bei lediglich zwölf Monaten Laufzeit. Die Arbeitgeber wollen die Gehaltssteigerungen dagegen über einen längeren Zeitraum verteilen.
Die Verkehrsunternehmen verweisen dabei immer wieder auf ihre angespannte finanzielle Lage. Bereits bei den vorherigen Verhandlungen hatte der Arbeitgeberverband unter anderem gestiegene Kosten, hohe Kraftstoffpreise und die kostspielige Umstellung der Busflotten auf elektrische Antriebe genannt.
Erst Anfang 2026 hatten sich beide Seiten außerdem auf Änderungen des Manteltarifvertrags geeinigt. Unter anderem steigt dadurch die Jahressonderzahlung der Beschäftigten schrittweise von 1.200 auf bis zu 2.600 Euro. Auch Zuschläge und Zahlungen für zusätzliche Dienste wurden verbessert.
Die derzeitigen Verhandlungen betreffen nun vor allem die eigentlichen Entgelte.
Der 29. September wird entscheidend
Für Fahrgäste in Kiel dürfte damit vor allem Dienstag, der 29. September, entscheidend werden.
Gelingt in Flensburg eine Einigung, könnte der angekündigte fünftägige Warnstreik noch verhindert werden.
Scheitert auch die vierte Runde, müssen sich Fahrgäste dagegen ab dem folgenden Tag auf einen deutlich längeren Ausstand einstellen.
KielRadar beobachtet die Verhandlungen weiter und informiert, sobald feststeht, ob der fünftägige KVG-Streik tatsächlich kommt.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.