Schleswig-Holstein verstärkt Schutz kritischer Infrastruktur
Nach Angriffen auf Infrastruktur verstärkt Schleswig-Holstein seine Sicherheitsmaßnahmen. Auch der Port of Kiel war an den Beratungen beteiligt.
Nach Angriffen auf den Flughafen Leipzig und Teile der deutschen Energieinfrastruktur will Schleswig-Holstein seine kritische Infrastruktur stärker schützen. Die Landesregierung traf sich am Dienstag, 8. September, mit Betreibern wichtiger Energie- und Hafenanlagen. Mit dabei war auch der Port of Kiel.
KIEL. Schleswig-Holstein will den Schutz wichtiger Infrastruktur deutlich ausbauen. Vertreter der Landesregierung kamen am Dienstag mit Betreiberinnen und Betreibern zentraler Hafen- und Energieanlagen zusammen. Neben dem Port of Kiel nahmen unter anderem Brunsbüttel Ports, die Lübecker Hafengesellschaft, HanseWerk, TenneT sowie der Verband kommunaler Unternehmen an dem Treffen teil.
Hintergrund sind die veränderte Sicherheitslage und mehrere Angriffe auf Infrastruktur in den vergangenen Wochen.
Ministerpräsident Daniel Günther erklärte, Schleswig-Holstein müsse mögliche Schwachstellen früher erkennen und dürfe nicht erst reagieren, wenn bereits etwas passiert sei. Die Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden und Betreibern soll deshalb über die bisherigen Strukturen hinaus intensiviert werden.
Quelle: Staatskanzlei | Nach dem Gespräch in Kiel stellte Ministerpräsident Günther die Ergebnisse vor Medienvertretern vor.
Polizeipräsenz bereits verstärkt
Nach Angaben von Innenministerin Magdalena Finke wurde die Polizeipräsenz an wichtigen Punkten der kritischen Infrastruktur in Schleswig-Holstein bereits deutlich erhöht.
Als Reaktion auf den Anschlag auf den Flughafen Leipzig sowie Angriffe auf die deutsche Energieinfrastruktur sollen nun weitere Maßnahmen folgen.
Das Land will sogenannte neuralgische Bereiche systematisch erfassen. Gemeinsam mit den jeweiligen Betreibern soll daraus ein umfassenderes Lagebild entstehen.
Dabei sollen künftig auch verdächtige oder ungewöhnliche Vorfälle berücksichtigt werden, die für sich genommen noch keinen klassischen Polizeieinsatz auslösen würden.
Nach Angaben der Landesregierung wäre ein solches gemeinsames Lagebild in dieser Form bislang einmalig in Deutschland.
Neue vertrauliche Plattform geplant
Zusätzlich ist eine geschützte Plattform zum Informationsaustausch zwischen Sicherheitsbehörden und Betreibern kritischer Infrastruktur vorgesehen.
Informationen über ungewöhnliche Beobachtungen, mögliche Sabotageversuche oder andere sicherheitsrelevante Ereignisse könnten dadurch schneller zusammengeführt und bewertet werden.
Gerade Häfen, Energieanlagen, Stromnetze und Kommunikationsverbindungen spielen dabei eine besondere Rolle.
Für Kiel ist die Entwicklung ebenfalls relevant: Der Port of Kiel gehört zu den bedeutenden Hafenstandorten des Landes und war unmittelbar an den Gesprächen beteiligt.
Betreiber sollen sich besser selbst schützen können
Die Landesregierung prüft außerdem, ob Betreiber kritischer Infrastruktur zusätzliche rechtliche Möglichkeiten zum Eigenschutz erhalten können.
Dabei geht es laut Landesregierung um eine entsprechende gesetzliche Befugnisnorm. Wie genau diese ausgestaltet werden könnte und welche Befugnisse Betreiber dadurch erhalten würden, steht bislang allerdings noch nicht fest.
Parallel dazu wurden die Sicherheitsbehörden bereits personell verstärkt und deren rechtliche Befugnisse erweitert.
Strom- und Energieversorgung widerstandsfähiger machen
Auch die Energieversorgung soll künftig stärker gegen Ausfälle und Angriffe abgesichert werden.
Energieminister Tobias Goldschmidt spricht sich unter anderem dafür aus, wichtige Versorgungssysteme mehrfach abzusichern. Fällt eine Verbindung aus, sollen alternative Wege möglichst schnell übernehmen können.
Außerdem sollen Betreiber stärker miteinander vernetzt werden, damit bei Schäden schneller auf Ersatzteile, Reparaturmöglichkeiten und alternative Versorgungswege zurückgegriffen werden kann.
Solche zusätzlichen Sicherungen werden allerdings Geld kosten. Goldschmidt unterstützt deshalb die Idee eines Resilienzfonds, mit dem Investitionen in widerstandsfähigere Infrastruktur finanziert werden könnten.
Schleswig-Holstein besonders exponiert
Die Landesregierung sieht Schleswig-Holstein aufgrund seiner geografischen Lage in einer besonderen Situation.
Das Land liegt zwischen Nord- und Ostsee und bildet eine wichtige Verbindung nach Dänemark, Skandinavien und in den Ostseeraum. Gleichzeitig verlaufen hier zahlreiche wichtige Verkehrs-, Energie- und Kommunikationswege.
Häfen wie Kiel, Lübeck oder Brunsbüttel sowie Stromnetze und weitere Energieanlagen besitzen deshalb nicht nur wirtschaftliche, sondern zunehmend auch sicherheitspolitische Bedeutung.
Ziel der neuen Maßnahmen ist es, Energieversorgung, Kommunikationsnetze und Verkehrsinfrastruktur auch bei Angriffen oder größeren Störungen möglichst funktionsfähig zu halten.
Kurz zusammengefasst
Schleswig-Holstein will kritische Infrastruktur stärker schützen.
Die Polizeipräsenz an wichtigen Anlagen wurde bereits erhöht.
Der Port of Kiel war an den aktuellen Gesprächen beteiligt.
Ein gemeinsames landesweites Lagebild soll auch kleinere verdächtige Vorfälle erfassen.
Eine vertrauliche Austauschplattform zwischen Betreibern und Sicherheitsbehörden ist geplant.
Betreiber könnten künftig zusätzliche Möglichkeiten zum Eigenschutz erhalten.
Energie- und Versorgungsnetze sollen durch zusätzliche Ausweichmöglichkeiten widerstandsfähiger werden.
Quelle: Landesregierung Schleswig-Holstein, 8. September 2026
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Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.