Schüsse oder Polenböller? Kielradar recherchiert Knallgeräusche in Mettenhof
Immer wieder werden in Mettenhof laute Knallgeräusche gemeldet. Kielradar hat selbst recherchiert, mit der Jagdbehörde gesprochen und neue Informationen zusammengetragen.
Kielradar war selbst vor Ort
Im Rahmen der Recherche hat sich die Redaktion in den Bereichen Göteborgring, Malmöweg und Bergenring umgesehen.
Dabei wurden an mehreren Stellen frische Überreste mutmaßlicher sogenannter Polenböller gefunden. Außerdem konnte beobachtet werden, wie auf dem Sportplatz der Grundschule am Göteborgring Feuerwerkskörper gezündet wurden. Entsprechende Bilder liegen der Redaktion vor.
(Quelle: Florian Sorger/Rückstände einer Polenböller Explosion auf dem Sportplatz der Schule)
(Quelle:Florian Sorger/ein kurzen Moment nach der Explosion von einem Polen Böller auf dem Sportplatz)
Ob diese Vorfälle mit den in den vergangenen Wochen gemeldeten lauten Knallgeräuschen zusammenhängen, lässt sich derzeit allerdings nicht eindeutig belegen.
Wer Personen beim Zünden mutmaßlich illegaler Feuerwerkskörper beobachtet, sollte die Polizei informieren. So können Einsatzkräfte die Situation zeitnah überprüfen. In akuten Fällen sollte der Notruf 110 gewählt werden.
Jagdbehörde: Aktuell ist Blattzeit
Um auch eine andere mögliche Ursache auszuschließen, hat Kielradar telefonisch mit der Jagdbehörde der Landeshauptstadt Kiel gesprochen.
Dort wurde erklärt, dass derzeit die sogenannte Blattzeit des Rehwildes läuft. Während dieser Zeit werden Rehböcke bejagt.
Ein Mitarbeiter der Jagdbehörde erklärte gegenüber Kielradar sinngemäß:
„Aktuell ist Blattzeit. Deshalb werden Rehböcke bejagt. Es kann durchaus sein, dass dabei Schüsse aus den Jagdrevieren zu hören sind.“
Keine Auffälligkeiten rund um das Domänental
Auf Nachfrage teilte die Jagdbehörde außerdem mit, dass für den Bereich rund um das Domänental derzeit keine besonderen Beschwerden oder Auffälligkeiten bekannt seien.
Das bedeutet allerdings nicht, dass dort keine Jagd stattfindet. Schüsse aus angrenzenden Jagdrevieren können – abhängig von Wind und Gelände – teilweise über größere Entfernungen hörbar sein.
Jagdgebiete können öffentlich eingesehen werden
Wer wissen möchte, wo sich Jagd- und Pachtgebiete befinden, kann dies über das Geodatenportal der Stadt Kiel nachvollziehen.
Dort sind die Jagd- und Pachtgrenzen sowie teilweise auch die zuständigen Jagdausübungsberechtigten hinterlegt.
Gänsebejagung in Kronshagen
Auch aus Kronshagen gab es zuletzt Informationen zu Schüssen.
Nach Angaben der Gemeinde fand dort am 31. Juli eine gezielte Gänsebejagung statt. Ziel der Maßnahme war es, den Bestand zu reduzieren.
(Quelle:Florian Sorger/Teich Domänental)
Nach telefonischer Auskunft wurde die Bejagung im Rahmen einer entsprechenden Freigabe durchgeführt.
Nicht jeder Knall stammt von einer Jagd
Die Recherche zeigt, dass es derzeit mehrere mögliche Ursachen für die gemeldeten Knallgeräusche gibt.
Einerseits findet aktuell die reguläre Jagd auf Rehböcke statt. Andererseits konnte Kielradar selbst frische Überreste mutmaßlicher Polenböller finden und beobachten, wie Feuerwerkskörper gezündet wurden.
Welche Ursache letztlich hinter den einzelnen gemeldeten Knallgeräuschen steckt, lässt sich derzeit nicht pauschal beantworten.
Kielradar wird das Thema weiter beobachten und bleibt mit den zuständigen Behörden im Austausch.